Der Hund sollte im Mittelpunkt stehen und nicht das Geld

 

Hundezucht aus Profitgier ist ein Vergehen an den Tieren und sollte daher völlig verboten werden. Hunde sind beseelte Lebewesen, die von Geburt an unsere Aufmerksamkeit verlangen und intelligente Lebewesen, denen die Möglichkeit gegeben werden muss, lebenslang! zu lernen. Das ist nur möglich bei kleiner familienbezogener Haltung einiger Hunde, bei der Zucht von ein bis drei Würfen pro Jahr, mit optimaler zeitaufwändiger Betreuung und Sozialisierung der Welpen von Geburt an.

 

Meine Hündinnen leben im Familienverband, sowohl im Zwinger wie im Haus, voll in die Familie integriert. Hauptberuflich sind sie Jagdhunde, obwohl ich die Jagd aus gesundheitlichen Gründen stark einschränken musste. Formlich sind die Damen "von den braunen Erdhunden" ansprechend. Jagdliche Zucht muss ohnehin immer auch gleichzeitig auch "Schönheitszucht" sein, denn ein Hund mit anatomischen Defekten, der sich nicht ausdauernd bewegen kann, ist auch im Wald fehl am Platze. Vom Wesen her sind meine "Dackelweiber" angenehm, vielleicht etwas temperamentvoll, kernig und robust, manchmal auch ein bisschen zänkisch untereinander. Eine bis zwei der Hündinnen dürfen im Jahr einen Wurf bringen. Zur Paarung mache ich mir sehr viel Gedanken (siehe auch unter Deckrüden).

Teckelzucht lässt sich nicht so betreiben wie landwirtschaftliche Nutztierzucht, denn gerade die Eigenschaften, die beim Hund extrem wichtig sind, wie Wesen und Leistung, sind nicht messbar, wie beispielsweise die Milchleistung einer Kuh oder die Kotlettfläche eines Schweins. Sie fordern vom Züchter viel Einfühlungsvermögen ab, hohe Intelligenz und ein gesundes Selbstbewusstsein. Außerdem hat die leistungsbezogene Tierzucht in der Landwirtschaft nicht die Erfolge gebracht, die man sich erhoffte: Zwar kam es bei den Nutztieren zu enormen Leistungssteigerungen, diese ließen sich jedoch nur zu geringem Teil in höheren Gewinn umwandeln: Viele Hochleistungstiere sind deutlich krankheitsanfälliger und kurzlebiger, so dass bei ihrer Haltung höhere Kosten entstehen. Außerdem sind die von ihnen erzeugten Produkte (Fleisch, Milch, Eier u. a.) oft auch qualitativ und geschmacklich minderwertiger, als beispielsweise bei sogenannten Robustrassen mit relativ geringem Leistungsniveau. Daher lehne ich persönlich auch die Übertragung der Regelungen der landwirtschaftlichen Nutztierzucht mit sogenannter Körung und einem Mehr an Bürokratie, Bevormundung und Kosten für die Züchter auf die Hundezucht ab.

Was nützt mir ein „schöner Dackel", wenn er für den jagdlichen Einsatz ungeeignet ist oder nach meinen Kindern beißt? Ich unternehme gerne etwas mit meinen Bautzen, was denen und mir gleichermaßen Spaß macht, und denke mir oft, was das doch für arme Hunde sind, die den ganzen Tag irgendwo im Zwinger hocken, oder die Woche für Woche irgendwo im Ring Runden drehen müssen, damit sich irgend ein Mensch hinterher toll fühlen kann, oder auch Hunde, die bei Prüfungen immer "vorn sein müssen", weil der Mensch am anderen Ende des "Strickes" ein anderslautendes Richterurteil erst einmal als persönliche Beleidigung durch Richter und seinen Hund auffasst und tief in seinem Stolz verletzt wird. Jagdliche Prüfungen werden von denen, die sie mit viel Geschick bis hin zur Perfektion beherrschen, gerne als das Non plus Ultra dargestellt. Das ist aber - zumindest unter züchterischen Gesichtspunkten Unfug: Gerade die Prüfungen enthalten viele Unwägbarkeiten, die letztlich immer dazu führen, dass ihr Ergebnis ein relatives bleibt. Nimmt man als Beispiel die Spurlautprüfung: Bei ihr hängt das Ergebnis von vielen Faktoren ab: feuchter oder trockener Boden, niedriger oder hoher Bewuchs, kalte oder warme Temperatur, Alt- oder Junghase, Rammler oder Häsin... Außerdem sind heute eine ganze Reihe der Prüfungen reiner Hundesport ohne Bezug zur jagdlichen Realität und haben daher auch zuchterisch ohne Relevanz.

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